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Tinnitus

1,5 Millionen Mitbürger über 10 Jahre sind durch ihr Ohr­ge­räusch teils bis zur Unerträglichkeit gestört.

Für die Entstehung und Chronifizierung des Tinnitus gibt es zahlreiche Ursachen: Schädigungen der Haarnervenzellen im Innenohr z.B. durch Lärm oder Entzündungen, emotionale Belastungen wie Stress, Konflikte am Arbeitsplatz oder in der Familie, Ängste, Depressionen, ein Hang zum Perfek­tionismus, aber auch Funktionsstörungen der Halswirbelsäule, Kreislauf- oder Stoff­wechsel­störungen sind nur einige von vielen möglichen Auslösern.

Die normale Reaktion des Organismus auf neue, bisher unbekannte akustische Signale ist die Er­höhung der Aufmerksamkeit für dieses Geräusch (akustische Fokussierung). Auf Grund der engen anatomischen Beziehung von zentraler Hörbahn zum limbischen System (dem Sitz der Emotionen) erfolgt die Verknüpfung des Tinnitus mit Ängsten und vegetativen Störungen. Die akustische Fo­kus­sierung und die Angstbesetzung des Tinnitus sind die wichtigsten Gründe seiner Chronifizierung.

Die genannten zentral-nervalen Funktionsstörungen lassen sich entsprechend ihres Ursprunges auf akustischer Ebene, auf körperlicher und auf der Ebene sowohl der Wahrnehmungen als auch der Verhaltensreaktionen therapeutisch beeinflussen.

Die erste brauchbare Therapie des chronischen Tinnitus war die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) von Hazell und Jastreboff. Sie bestand aus einer intensiven Aufklärung und einer Anwendung von Geräuschgeneratoren (Noisern). Fichter, Goebel, Hiller sowie Biesinger wiesen 1996 auf die psy­cho­somatischen Aspekte bei der Entstehung und Verarbeitung des chronischen Tinnitus hin und er­weiterten das TRT um Therapieelemente aus dem kognitiv-emotionalen Bereich.

Diese Arbeiten waren die Grundlage für eine ganzheitlich ausgerichtete Tinnitus-Rehabilitation, die in unserer Klinik von einem erfahrenen Ärzte-Team unter Leitung eines HNO-Arztes durchgeführt und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. ständig weiterentwickelt wird.

  • HNO-ärztliche Untersuchung
  • Ausführliche Anamnese
  • Trommelfellmikroskopie
  • Untersuchung des Nasen-Rachen-Raumes, Kehlkopfes, der Kiefergelenke
  • Audiometrie, Tympanometrie, Sprachaudiometrie, ggf. überschwellige Tests
  • Spezielle Audiologische Tinnitusdiagnostik: Tinnitus-Matching (Frequenz, Intensität), Tinnitus-Masking (Verdeckungskurve, minimaler Maskierungspegel), residuale Inhibition, Sound Induced Exacerbation), Subjektive Lautheitsskalierung (visuelle Analogskala)
  • Tinnitusfragebogen nach Göbel und Hiller
  • Becksches Depressionsinventar
  • Prüfung des Gleichgewichts
  • Internistische Untersuchung bei entsprechender Fragestellung

Ärztlicher Bereich

  • Intensive HNO-ärztliche Aufklärung im Einzelgespräch (Counselling)
  • Verordnung und Anpassung von Tinnitusmaskern, Hör- und Kombigeräten zur akustischen Defokussierung und zur Korrektur einer evtl. Schwerhörigkeit in Zusammenarbeit mit dem auf Tinnitus spezialisierten Hörgeräteakustiker
  • Gruppenvortrag über Tinnitusentstehung und Therapie
  • Gruppenvortrag über die neurophysiologischen Zusammenhänge der Weiterleitung, Verarbeitung, Filterung und Hemmung otoakustischer Signale sowie deren Verknüpfung mit dem emotionalen Bereich im limbischen System
  • Gruppenvortrag über psychologische Aspekte bei chronischem Tinnitus

Körpertherapie
  • Krankengymnastik
  • Brandungswandern
  • Osteopathie
  • Kraniosakrale Therapie
  • Massagen
  • Bewegungstherapie
  • Perlsprudelbäder
  • Gleichgewichts- und Schwindeltraining
  • Pilatesgymnastik
  • Autogenes Training
  • Qi Gong
  • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson

Kognitiv-emotionaler Bereich
  • Psychotherapeutische Einzelgespräche zur Aufdeckung von Belastungen im beruflichen und privaten Umfeld
  • Tinnitusgesprächsgruppe zum Abbau von Ängsten, Vermittlung praktischer Lebenshilfen, Aufmerksamkeitslenkung, Ausdruck von Gefühlen, Verarbeitung von Belastungen oder Kränkungen, Abbau innerer Unruhe, Verbesserung der Tinnitusakzeptanz
  • Psychotherapeutische Tanztherapie
  • Psychologische Spezialvorträge

Sozialer Bereich
  • Sozialmedizinische Beratung über eventuelle Veränderungsmöglichkeiten besonders des Arbeitsplatzes
  • Sozialmedizinische Beurteilung

Gemeinsam macht's mehr Spaß! - Warum bitten wir Sie zum Gruppentermin?

Unser 28-tägiges Tinnitus-Programm zielt darauf ab,

  • Sie im Umgang mit Ihrer Erkrankung zu unterstützen
  • Sie in die Lage zu versetzen, Ihre Erkrankung zu bewältigen
  • Sie zu befähigen, Ihre eigenen Kräfte zu aktivieren
Ganz nach dem Motto "Gemeinsam wird‘s leichter..." ermöglichen wir Ihnen daher im Rahmen unseres Tinnitus-Programms u.a. die Teilnahme an einer Gesprächsgruppe mit Menschen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden wie Sie und von deren Erfahrungen und Lösungsversuchen Sie profitieren können. Sie erfahren eine andere Sichtweise auf Ihre ganz persönliche Situation und erleben durch die Gruppenmitglieder Verständnis und Unterstützung. So haben Sie unter Gleichgesinnten nicht mehr das Gefühl, mit den eigenen Herausforderungen allein zu sein.

Das Tinnitus-Programm enthält eine Abfolge speziell aufeinander abgestimmter Bausteine, bestehend aus Vorträgen, der bereits erwähnten psychologischen Gesprächsgruppe, Entspannungsverfahren, bewegungstherapeutischen Anwendungen sowie einer audiometrischen Untersuchung und Beratung durch einen Hörgeräteakustiker. Ergänzend zur Gesprächsgruppe können Sie selbstverständlich auch in einem Einzelgespräch mit einem unserer Psychologen Ihre persönliche Situation erörtern. Auf diese Weise ergänzen sich die einzelnen Module unseres Tinnitus-Programms ideal.

Um diesen vertrauensvollen Rahmen zu schaffen und um diese Anwendungs- und Beratungsdichte effizient nutzen zu können, sind unsere Tinnitus-Gruppen auf maximal 12 Teilnehmer begrenzt. Deshalb empfehlen wir Ihnen, zu einem der nachfolgenden Gruppentermine anzureisen. Die Anmeldung zu einem Gruppentermin sollte rechtzeitig erfolgen, um sicher zu gehen, noch einen Platz zu erhalten.

Sollten Sie zu einem anderen Zeitpunkt als zu einem Gruppentermin anreisen, ist ein nachträglicher Einstieg in unser Tinnitus-Programm nicht möglich. Denn der Start auf gleichem Wissensstand, der Austausch in der Gruppe von Beginn Ihres Aufenthaltes an und das gemeinsame Erlernen von Techniken sind grundlegend, um Ihre persönlichen Behandlungsziele zu erreichen.

Um an unserem Tinnitus-Programm teilzunehmen, stehen Ihnen in 2020 folgende Anreisetermine zur Verfügung:
  • 13. - 15.01.2020
  • 10. - 12.02.2020
  • 09. - 11.03.2020
  • 06. - 08.04.2020
  • 04. - 06.05.2020
  • 01. - 03.06.2020
  • 29.06. - 01.07.2020
  • 27. - 29.07.2020
  • 24. - 26.08.2020
  • 21. - 23.09.2020
  • 19. - 21.10.2020

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